Medizintechnik
Der Unternehmensbereich Medizintechnik entwickelt, produziert und vermarktet System-lösungen, Geräte und Service, die in der Prozesskette der Akutmedizin zusammenwirken. Hierzu zählen die Notfallmedizin, der perioperative Bereich (im Zusammenhang mit der Operation) und die Intensiv- und Perinatalmedizin (Geburtsmedizin). Das Produktportfolio ermöglicht höchste Therapiequalität der Beatmung und Narkose sowie eine kontinuierliche Überwachung von Patientenvitalparametern durch Dräger-Monitore. Anlagen und Systeme (z. B. Gasmanagementsysteme) und ein umfangreiches Zubehörsortiment ergänzen das Produktportfolio.
Von den weltweit 6.305 Mitarbeitern (31. Dezember 2009) arbeiten 54 % in Vertrieb, Marketing und Service, 26 % in Produktion, Qualitätssicherung, Logistik und Einkauf, 11 % in Forschung und Entwicklung sowie 9 % in der Verwaltung.
Der Unternehmensbereich Medizintechnik betreibt Entwicklungs- und Fertigungsstandorte in Deutschland (Lübeck), den USA (Andover und Telford) sowie China (Shanghai). Die wichtigsten regionalen Umsatzträger sind Deutschland, die USA, Frankreich, Italien, Spanien, China, Großbritannien und Japan.
Der Unternehmensbereich ist insgesamt in 190 Ländern auf allen Kontinenten vertreten – in über 40 Ländern mit eigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften.
Branchenentwicklung
Die weltweite Wirtschaftskrise hat die Marktentwicklung 2009 – insbesondere im ersten Halbjahr – wesentlich bestimmt. Auch wenn Konjunkturprogramme einzelner Länder sowie Investitionen zur Behandlung von H1N1-Patienten teilweise kompensierend wirkten, war das Gesamtmarktvolumen in Folge der Krise stagnierend bis leicht rückläufig und ging mit einem Rückgang des US-Anteils am Gesamtmarkt einher.
Die unter hohem Kostendruck stehenden Krankenhäuser setzten verstärkt auf den Einsatz von Technologien zur Unterstützung von Produktivitätssteigerungen. Dieser Umstand – zusammen mit der raschen Entwicklung der Gesundheitssysteme in Schwellenländern – beeinflusste die Nachfrageentwicklung trotz der Krise weiterhin maßgeblich.
Die Vervollständigung des Angebots entlang der Prozesskette sowohl auf Anbieter- als auch auf Abnehmerseite hat sich auch 2009 – wenn auch etwas verlangsamt – fortgesetzt. Damit bleibt das Umfeld sehr wettbewerbsintensiv. Das Marktvolumen der für die Medizintechnik relevanten Segmente lag 2009 bei knapp 7 Mrd. EUR und ist damit im Vergleich zum Vorjahr krisenbedingt leicht zurückgegangen. Dräger ist in diesem Umfeld durch die konsequente Schaffung von durchgängigen Konzepten entlang des Patientenpfads im Akutbereich des Krankenhauses weltweit führend und trägt damit zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen bei. Nach eigener Einschätzung marktführend ist der Unternehmensbereich Medizintechnik in den Geschäftsfeldern Anästhesie sowie Beatmung.
Künftige Branchensituation
Einerseits nimmt der Anteil der älteren Bevölkerung in allen westlichen Industrienationen stetig zu, was für einen erhöhten Bedarf an Medizintechnikprodukten spricht. Andererseits sind die Regierungen bemüht, die Kosten für die Gesundheitssysteme zu begrenzen und zu senken. Der bisher größte Markt für medizintechnische Geräte, die USA, wird derzeit von der Diskussion der angestrebten Reform des Gesundheitssystems dominiert. Da diese Reform starke Kosten-einsparungen und Effizienzsteigerungen anstrebt, ist in den USA längerfristig mit einem veränderten Verhalten von Gesundheitseinrichtungen zu rechnen. Kurzfristig ist die Nachfrage der häufig kommunalen Träger von Krankenhäusern vor allem durch knappe öffentliche Budgets bestimmt. Der Fachverband SPECTARIS in Deutschland rechnet für die Schwellenländer in Asien und dem Mittleren Osten mit einem fortgesetzten Wachstum. Mit den wachsenden Durchschnittseinkommen steigen auch die Ansprüche an die medizinische Versorgung. Krisenbedingt sind in 2009 viele Investitionen verschoben worden und werden in 2010 nachgeholt. In Deutschland geht das Research der Deutschen Bank von einem weiterhin leichten Wachstum aus, da innovative Medizintechnik zunehmend als Möglichkeit zur Gesamtkostensenkung gesehen wird. Der vorhandene Investitionsstau wird sich nur langsam abbauen lassen. In Osteuropa wird der Auf- und Ausbau auch der medizinischen Infrastruktur fortgesetzt – teilweise gefördert aus Förderprogrammen wie beispielsweise dem Health Programme 2008–2013 der Europäischen Gesundheitskommission. Auf Bundesebene stehen Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung für Ausbau und Modernisierung der Krankenhausinfrastruktur zur Verfügung, das mit 3,5 Mrd. EUR ausgestattet ist. Dräger erwartet, dass der Markt trotz der wirtschaftskrisenbedingten Effekte mittelfristig stabil wächst. Grundsätzlich wird sich die Nachfrage für Produkte, die den klinischen Arbeitsablauf verbessern und die Effizienz im Krankenhaus steigern, weiterhin erhöhen.